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Das steirische Märchen geht weiter


27. Juli 2010

Frisch herausgeputzt präsentierte sich die Anlage im Sportzentrum Zeltweg als würdiger Austragungsort für die Einzel-Staatsmeisterschaften im September. Neuer, vergrößerter Restaurantbereich, neue Terrasse. Neuer Garderoben- und Toilettenbereich, neues Foyer, neuer Tennisboden. Und es gab beim ersten Aichfeldopen auch einen neuen Turnierleiter: Christian Amberger vom Verein Sport Aktiv Judenburg. Was er drauf hat, hat er schon im Vorfeld gezeigt, denn gemeinsam mit seinem Kumpel Michael Moitzi mobilisierte er so ziemlich die ganze Racket schwingende Obersteiermark. Horst Schwarzenberger führte eine wie immer starke (personell und sportlich) Gleisdorfer Fraktion an, Raimund Heigl mobilisierte fast 20 Tischtennisspieler. Daher wurde aus dem „kleinen Vorbereitungsturnier im Sommer“, als das es geplant war, das zweitgrößte Racketlonturnier der steirischen Geschichte mit 81 Teilnehmern. Das größte ist auch noch nicht lange her, es fand vor sieben Wochen in Graz statt (85 Spieler). Worauf die Steirer besonders stolz sind: Bei allen drei Turnieren (Waltersdorf, Graz, Zeltweg) wurden alle ausgeschrieben Bewerbe durchgeführt.

Die große Anzahl an Teilnehmern hat auch ihre Nachteile. Aufgrund der ausgeglichenen Spiele kam es beim Tennis zu Zeitverzögerungen. „Wir möchten uns noch einmal bei allen Teilnehmern für etwaige Unannehmlichkeiten entschuldigen und für ihre Geduld bedanken“, sagte Turnierleiter Christian Amberger nach dem letzten Matchball, der erst um 22.30 Uhr verwandelt wurde. „Wir werden für die Staatsmeisterschaften unsere Lehren daraus ziehen“, meinte der Organisator des nächsten steirischen Racketlon-Highlights am 18./19 September in Zeltweg, Raimund Heigl.

Zum Turnier: In der Elite gab es einen Favoritensieg für Michael Dickert, der sich im Finale gegen Horst Schwarzenberger sogar in allen drei Disziplinen durchsetzte und „Hooorsti“ somit erstmals auch in dessen Paradedisziplin Badminton bezwang. Der dritte Platz ging an Michael Karacsonyi, der nach seinem Sieg über Lokalmatador Michael Moitzi davon profitierte, dass Mario Gruber zum Spiel um Platz drei wegen einer Handverletzung nicht mehr antrat. Die drei Grazer Wildcardspieler Thomas und Hannes Tropper sowie Christof Bartosch fügten sich wunderbar in das Elitefeld ein.

Amateure: Es war der erste große Auftritt eines 17-jährigen Tischtennisspielers aus Kapfenberg. David Vorcnik, der bereits in der zweiten Tischtennis-Bundesliga aufgezeigt hat, ließ sich gleich bei den Amateuren aufstellen und gewann schlussendlich das Turnier. Wie so viele Matches an diesem Tag war es auch hier im Finale gegen Peter Wetz ein Punkt der am Ende entschied. „So macht Racketlon Spaß“, meinte Vorcnik freudestrahlend.

Beginner: Auch hier standen zwei junge Tischtennisspieler im Finale. Lukas Nepozitek (21), gewann gegen seinen Tischtennisvereinskollegen von Judendorf/Eisbach, Philipp Buchreiter (noch 16), im Finale. Nepozitek hatte in Graz debütiert (Fünfter), für Buchreiter war es das erste Turnier.

Jugend U16: Es ist das größte Plus der steirischen Szene, dass nicht nur Routiniers und Senioren vom Racketlon begeistert sind, sondern immer mehr auch die Jugend. Obwohl zahlreiche noch im Nachwuchs spielberechtigte Sportler wie die Baumgartner-Brüder bereits bei den Herren antraten, wurde ein voller 16er-Raster ausgespielt. Der Sieg ging an einen der kleinsten und jüngsten Spieler, was man als kleine Sensation bezeichnen kann. Gilbert Fössl (13), älterer Sohn von Lambert Apfelknab, hatte im Endspiel die besseren Nerven. Er setzte sich um einen Punkt gegen einen weiteren Zeltweger durch, nämlich Christoph Peszternak, Nummer zwei der österreichischen U15-Rangliste im Tischtennis.

Damen: Und schon wieder eine Entscheidung um nur einen Punkt. Favoritin Gertraud Heigl musste gegen Lokalmatadorin Daniela Koini ganz hart kämpfen, um doch noch als Siegerin vom Platz zu gehen. Die Dramaturgie zeigt, welche Faszination die Formel „Jeder Punkt zählt“ haben kann. Nach mäßigen Leistungen von Gertraud im Badminton und Squash (und umso erstaunlicheren von Dani), brauchte die Grazerin noch fünf Punkte im Tennis. Bis 15 wohlgemerkt und das gegen die ausgezeichnete Tennisspielerin Koini. Es sah relativ aussichtslos aus bei 2:14. Doch plötzlich stand es nur noch 14:4. Und mit einem Doppelfehler vergab die 18-jährige Maturantin den Gummiarm-Punkt und damit eventuell ihren zweiten Zeltweg-Sieg nach 2007. Den dritten Rang sicherte sich Martina Stückler (Sport Aktiv Judenburg) vor Dani Ramminger (Gleisdorf). Mit zehn Damen gab es ein ordentliches Teilnehmerfeld. In Bad Waltersdorf, Graz und jetzt Zeltweg haben 20 verschiedene steirische Damen mitgespielt. Ein herzlicher Gruß sei hier auch an Bettina Bugl samt Familie gerichtet, die uns bei allen drei steirischen Turnieren die Ehre erwiesen hat. Wir wissen, dass das keine Selbstverständlichkeit für Spieler aus dem Wiener Raum ist…

Senioren: Hier matchten sich zehn ältere Herren. Mit Stolz dürfen wir anmerken, dass wir heuer bei allen drei steirischen Turnieren, alle ausgeschriebenen Bewerbe zu Stande gebracht haben. Wir sagen Danke an alle Teilnehmer, die sich so mit gleichwertigen Kontrahenten messen können, was den Spaßfaktor noch einmal erhöht. Seniorensieger wurde Franz Wenz aus Wien, der im Finale Michael Aworsky schlug.

Ausblick: Mit den Spielern des gleichzeitig in Linz stattfindenden Victor Open haben an diesem Wochenende mehr als 100 Spieler die Faszination Racketlon ausgeübt. Unser Ziel ist es daher, bei den Staatsmeisterschaften den Hunderter zu brechen. Nur wer mit großen Visionen an die Sache heran geht, hat genug Kraft, um es auch durchzuziehen. Ein besonderes Zuckerl haben Lambert Apfelknab und Badmintoncourt-Besitzer Gerhard Moitzi, die übrigens beide im Seniorenbewerb schwitzten, geschnürt: Bis zu den Staatsmeisterschaften am 18./19. September wird die Anlage in Zeltweg unverändert mit Badmintoncourts und Tischtennistischen stehen bleiben. „Es besteht also die Möglichkeit, unter Wettkampfbedingungen zu trainieren und ganze Matches durchzuführen“, erläutert Amberger.
Zu den Ergebnissen

Bericht:

Christian Amberger und Raimund Heigl